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Selbsthilfegruppe für Erwachsene nach einer Krebserkrankung im Kindes-/Jugendalter in Norddeutschland

✿ Spätfolgen können nach einer Krebs­erkrankung im Kindes-/Jugendalter auftreten, müssen aber nicht jeden treffen!
✽ Die Informationen wurden nicht vollständig übersetzt und sollen nur einen groben Überblick bieten!
✽ Weitere Informationenen findet Ihr auch unter www.nachsorge-ist-vorsorge.de (Link)

✂ Die Informationen werden zur Zeit überarbeitet und ergänzt, daher sind die Übersetzungen für Bestrahlung, Transplantation, Operationen und Andere noch nicht oder nur teilweise vorhanden ❢
Die vollständige Leitline auf englisch findet ihr ➔hier.


✽ Angaben zu Medikamenten: Dosis oder Gesamtdosis sind in der Regel in mg/g/U pro m² Körperoberfläche angegeben. ❉ IV = Intravenös (in eine Vene), IM = Intramuskulär (in einen Muskel), IT = Intrathekal (Injektion in den Liquorraum), IO = Intraossär (in einen Knochen), PO = Per oral (über den Mund).

✽ Ausführliche Informationen zu Bestrahlungsfeldern und deren Bezeichnung findet Ihr im Originaldokument auf Seite 53 (bzw. 83) (Link). ❉ Bestrahlungs­felder: Schädel/Gehirn, Hals, Brust, Bauch, Becken, Testikulär, Axelhöhle, Ganzkörper, Haut, Gewebe, Knochen, Extremitäten, Wirbel­säule (Hals, Brust, Lumbal, Sacral). ❉ TBI∞ = Ganzkörper­bestrahlung (TBI) wurde an dieser Stelle ausschließlich zur Berechnung der kumulativen Strahlendosis eingefügt, dieser Abschnitt trift nicht für Patienten zu, die nur eine Ganzkörper­bestrahlung erhalten haben.
✿ Tabelle: Spalte ➔ Zusätzliche Informationen / Risikofaktoren:
Diese Angaben zeigen Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit von bestimmten Spätfolgen beinflussen können.
a) Faktoren, die den Patienten und das Familiäre Umfeld betreffen (Altersangaben, beziehen sich auf das Alter während der Behandlung).
b) Faktoren, die die Grunderkrankung und deren Behandlung betreffen.
c) Faktoren, die vor der Erkrankung schon bestanden haben, oder durch die Erkrankung entstanden sind.
d) Gesundheitsverhalten.

Allgemeine Spätfolgen

Spätfolgen nach Krebs im Kindes-/Jugendalter - Allgemein
mögliche Spätfolgen Zusätzliche Informationen / Risikofaktoren
Allgemein Sozialer Rückzug,
Lernprobleme,
Arbeitslosigkeit,
Beziehungsprobleme
a) Geschlecht: weiblich; jüngeres Alter bei Diagnose; familiäre Vorbelastung
b) Knochentumore, ZNS Tumore, Therapie die das ZNS beinhaltet, Stammzellen­transplantation
c) Neurokognitive Probleme, Depressionen, Anfallsleiden, entstellende Narben oder körperliche Behinderungen, Verlust des Sehvermögens oder Gehörs, Lernprobleme, emotionale Probleme
psychische Probleme
Depressionen, Ängste,
Post-Traumatische Belastungsstörung,
Selbstmordgedanken
a) Geschlecht: weiblich; familiäre Vorbelastung mit Depressionen, Ängsten ... Soziale Ausgrenzung durch Mangel an Geld, Bildung, Unterstützung, Partnerschaft
b) ZNS Tumore, Therapie die das ZNS beinhaltet, Stammzellen­transplantation
c) Chronische Schmerzen, entstellende Narben oder körperliche Behinderungen, permanenter Verlusst der Haare, Lernprobleme, emotionale Probleme
Risikobereites Verhalten a) Alter: Jugendliche oder junge Erwachsene, Geschlecht: männlich, Soziale Ausgrenzung durch Mangel an Geld und Bildung, psychosozialer Stress
Psychosoziale Behinderung durch Schmerzen a) Geschlecht: weiblich
b) ZNS Tumore, Hodgekin Lymphom, Knochentumore, Amputation, Endoprotesen, Bestrahlung von Knochen und Gelenken, Behandlung mit Vincristin
c) Vorgeschichte von Osteonekrose
Fatigue (Erschöpfung), Schlafstörungen b) ZNS Tumore (z.B. Kraniopharyngiom), Bestrahlung der Lunge
c) Depressionen, Übergewicht, Vorgeschichte von Schlafproblemen
Diagnose vor 1972 chronische Hepatitis B Das hängt mit der Behandlung und Überprüfung von Blutkonserven in den USA zusammen. Welcher Zeitraum in Deutschland oder Europa relevant ist entzieht sich meiner Kenntnis!
Diagnose vor 1993 chronische Hepatitis C Das hängt mit der Behandlung und Überprüfung von Blutkonserven in den USA zusammen. Welcher Zeitraum in Deutschland oder Europa relevant ist entzieht sich meiner Kenntnis!
Diagnose zwischen 1977 und 1985 HIV Infektion Das hängt mit der Behandlung und Überprüfung von Blutkonserven in den USA zusammen. Welcher Zeitraum in Deutschland oder Europa relevant ist entzieht sich meiner Kenntnis!
jede Chemotherapie Zahnschäden a) Alter: ≤ 5 Jahre
b) Bestrahlung: im Bereich der Mundhöhle und Speicheldrüsen


Spätfolgen nach Chemotherapie

Spätfolgen nach Krebs im Kindes-/Jugendalter - Chemotherapie
Medikament mögliche Spätfolgen Zusätzliche Informationen / Risikofaktoren
Alkylantien:
Busulfan,
Carmustin (BCNU),
Chlorambucil,
Cyclophosphamid (Endoxan),
Ifosfamid,
Lombustin (CCNU),
Mechlorethamin,
Melphalan,
Procarbazin,
Thiotepa,
Decarbazin (DTIC),
Temozolomid

Schwermetalle:
Carboplatin,
Cisplatin
Männer
Testikuläre Hormonstörung Testosteron Mangel Verzögerte Pubertät
a) Alter: ab dem 30. Lebensjahr
b) Hodenkrebs, hohe Gesamtdosis von Alkylyantien - besonders Cyclophosphamide ≥ 20 g oder Ifosfamide ≥ 60 g, Kombination verschiedener Aklkylantien, Kombination mit MOPP, Cyclophosphamid in Vorbereitung einer Stammzellen­transplantation, Kombination mit Bestrahlung (Beckenbereich, Hoden [besonders bei einer Strahlendosis ≥ 20 Gy], Schädel [neuroendokrine Region], ganzer Körper), Einseitige Orchiektomie
d) Verwendung von Tabak oder Marijuhana
Männer
Störung der Spermatogenese Unruchtbarkeit
a) Medikamenteneinnahme (Anabolika, Steroiden, Testosteron), Kontakt mit Pestiziden, Schwermetallen, Lösungsmitteln, Alter
b) Hodenkrebs, hohe Gesamtdosisvon alkylyantien (besonders Busulfan ≥ 600 mg, Cyclophosphamide ≥ 4 g oder Ifosfamide≥ 60 g), Kombination von Anlkylantien, MOPP ≥ 3 Zyklen, Cyclophosphamid in Vorbereitung einer Stammzellen­transplantation, in Kombination mit Bestrahlung (Beckenbereich, Hoden, Schädel [neuroendokrine Region], ganzer Körper), operative Eingriffe im Genital/Harntrakt
c) Übergewicht, Ejakulatäre Dysfunktion, Vorgeschichte von Geschlechtskrankheiten, chronische GVHD
d) Verwendung von Tabak oder Marijuhana
Frauen
ovarieller Hormonmangel
Verzögerte Pubertät
frühe Menopause
a) Höheres Alter bei der Behandlung
b) Hohe Gesamtdosis von Alkylantien oder Kombination verschiedener Alkylantien. Kombination mit Bestrahlung (Beckenbereich, unterer Rücken, Schädel [neuroendokrine Region], ganzer Körper)
d) Rauchen
Frauen
Unfruchtbarkeit durch einen Mangel an Eizellen
Möglicherweise verkürzte Phase für Familienplanung (höheres Risiko für eine frühe Menopause). Laborparameter: AMH kann niedrig sein, während FSH normal ist. FSH ist niedrig und AMH kann verringert sein durch gleichzeitige hormonelle Verhütung.
a) Höheres Alter bei der Behandlung.
b) Hohe Gesamtdosis von Alkylantien oder Kombination verschiedener Alkylantien. Kombination mit Bestrahlung im Beckenbereich, unterer Rücken, Schädel (neuroendokrine Region), jede Behandlung mit Alkylantien in Kombinatination mit einer Becken- oder Ganzkörperbestrahlung.
d) Rauchen
Akute myeloische Leukämie (AML)
Myelodisplasie (MDS)
b) Bis zu 10 Jahre nach Therapie. Hohe Gesamtdosis von Alkylantien oder Kombination verschiedener Alkylantien. Autologe Stammzellen­transplantation. Melphalan und Melchlorethamin haben ein größeres Potential Leukämien auszulösen als Cyclophosphamid.
c) Ob eine Splenektomie (Entfernung der Milz) das Risiko beeinflussen kann ist unklar
Alkylantien:
Busulfan
Carmustin (BCNU)
Lomustin (CCNU)
Lungenfibrose b) hohe Gesamtdosis (BCNU ≥ 600 mg, Busulfan ≥ 500 mg), Kombination mit Bleomycin. Kombination mit Bestrahlung im Brustbereich oder Ganzkörperbestrahlung.
d) Rauchen und Drogenkonsum
Alkylantien:
Busulfan
Katarakt (Linsentrübung, Grauer Star) b) Behandlung in Kombination mit Corticosteroiden (Kortison), Kombination mit Bestrahlung: ganzer Körper, Schädel, Augen. Längerer Zeitraum seit Therapie.
Alkylantien:
Cyclophosphamid (Endoxan)
Ifosfamid
Schädigung des Harntrakts
Hämorrhagische Cystitis
Blasenfibrose u.a.
b) Hohe Gesamtdosis (Verringerung von Mesna), besonders bei einer Dosis ≥ 3 g Cyclophosphamid. Kombination mit Bestrahlung im Beckenbereich, Dosis ≥ 30 Gy
d) Alkohol und Rauchen
Alkylantien:
Cyclophosphamid (Endoxan)
Blasenkrebs b) Kombination mit Bestrahlung im Beckenbereich
d) Alkohol und Rauchen
Alkylantien:
Ifosfamid
Schädigung der Nieren
(besonders während der Behandlung.)
Überprüfung des Blutdrucks
a) Alter bei Behandlung ≤ 4 Jahre.
b) Tumore und Operationen im Bereich der Nieren, Entfernung einer Niere. Hohe Gesamtdosis ≥ 60 g in Kombination mit anderen nierenschädigenden Substanzen (z.B. Cisplatin, Carboplatin, Aminoglykoside, Amphotericin, Immunsuppressiva, Methotrexat etc.) Bestrahlung im Bereich der Nieren ≥ 15 Gy
c) Vorherige Schädigung der Nieren, Fehlen einer Niere
Schwermetalle:
Carboplatin
Cisplatin
Schädigung des Gehörs
Taubheit
Tinitus
Schwindel
a) Jüngeres Alter bei Behandlung (≤ 4 Jahre).
b) ZNS Tumore, hohe Dosis von Carboplatin ≥ 1500 mg (zur Vorbereitung einer Stammzellen­transplantation); Gesamtdosis von Cisplatin ≥ 360 mg. Hohe Dosierung von Cisplatin (40 mg pro Tag an 5 Tagen). Carboplatin in der Vorbereitung einer Stammzellentransplatntation, Kombination mit Schädel/Ohr-Bestrahlung (besonders ≥ 30 Gy), Kombination mit gehörschädigenden Medikamente (z.B. Aminoglykoside). Cisplatin Gabe NACH einer Bestrahlung von Schädel/Ohr
c) Chronische Ohrentzündung, Nierenschäden u.a.
Periphäre sensorische Neuropathie Akute Toxizität kann nach Ende der Behandlung weiter bestehen, tritt aber in der Regel nicht später auf.
b) Hohe Gesamtdosis ≥ 300 mg Cisplatin, Kombination mit Vincristine, Taxanen, Gemcitabin.
Schädigung der Nieren b) Entfernung einer Niere; Kombination mit anderen Nierenschädigenden Substanzen (z.B. Aminoglykoside, Amphotericin, Immunsuppressiva, Methotrexat, Ifosfamid etc.) Bestrahlung im Bereich der Nieren ≥ 15 Gy; hohe Dosis Cisplatin ≥ 200 mg
c) Diabetes, Bluthochdruck, das Fehlen einer Niere
Antimetabolite:
Cytarabin (AraC)

hochdosiert IV (Einzeldosis ≥ 1000 mg)
Neurokognitive Störungen
Funktionelle Defizite
Lernstörungen
verringerter IQ
Verhaltensauffälligkeiten
Das Ausmaß der Störungen hängt mit dem Alter während der Behandlung, der Intensität der Behandlung und der Zeit, die seitdem verstrichen ist zusammen. Neue und fortschreitende Störungen können sich mit der Zeit entwickeln. Cytarabin trägt zu einer späten Neurotoxizität bei, wenn die Behandlung mit hoch Dosis oder intrathekaler Metotrexatbehandlung und/oder Schädelbestrahlung kombiniert wurde.
a) jüngeres Alter (≤ 3 Jahre) bei der Behandlung und längere Zeit seit der Behandlung, weibliches Geschlecht, familiäre Vorbelastung, Lern- oder Aufmerksamkeitsprobleme
b) ZNS Leukämie/Lymphom, Rezidiv Leukämie/Lymphom (behandelt mit auf das ZNS gerichteten Therapien), Längere Zeit, die seit der Behandlung verstrichen ist, Behandlung in Kombination mit Corticosteroiden (Kortison), Methotrexat (IT, IO, hochdosiert IV), Bestrahlungsdosis ≥ 24 Gy, Ganzkörper Bestrahlung, Schädel Bestrahlung.
Mercaptopurin (6MP) Thioguanin (6TG) Schädigung der Leber Tritt größtenteils während der Therapie auf und bildet sich wieder zurück. Späte Leberfunktionsstörungen können nach einer Vorgeschichte mit akutem SOS = Hepatic sinusoidal obstruction syndrome (bzw. VOD = Venöse okklusive Leberkrankheit) auftreten
c) virale Hepatitis (besonders chronische virale Hepatitis), Vorgeschichte von SOS (VOD), Siderose
Methotrexat (MTX)

hochdosiert IV (Einzeldosis ≥ 1000 mg) niedrigdosiert IV
IM oder PO
verminderte Knochendichte a) weiße Hautfarbe, geringeres Körpergewicht/BMI
b) Behandlung in Kombination mit Corticosteroiden (Kortison) - über einen längeren Zeitraum, Cyclosporin, Tacrolimus, hohe Gesamtdosis MTX ≥ 40 g; Bestrahlung: Schädel, Cranio/Spinal, ganzer Körper
c) Wachstums­hormon­mangel, Hypogonadismus/ verzögerte Pubertät, Schilddrüsen Überfunktion
d) Inadequate Einnahme von Calcium und Vitamin D, Mangel an körperlichem Training, Alkohol und Rauchen, sowie der Verzehr von kohlensäurehaltigen Getränken
Schädigung der Leber Tritt größtenteils während der Therapie auf und bildet sich wieder zurück.
b) Bestrahlung: Bauchraum, Behandlung vor 1970
c) virale Hepatitis (besonders chronische virale Hepatitis)
Methotrexat (MTX)

hochdosiert IV (Einzeldosis ≥ 1000 mg)
IO oder IT
Neurokognitive Störungen
Funktionelle Defizite
Lernstörungen
verringerter IQ
Verhaltensauffälligkeiten
a) jüngeres Alter (≤ 3 Jahre) bei der Behandlung, weibliches Geschlecht, familiäre Vorbelastung
b) ZNS Leukämie/Lymphom, Rezidivierende Leukämie/Lymphom, welche mit auf das ZNS gerichteten Therapien behandelt wurde, Längere Zeit seit der Behandlung, Behandlung in Kombination mit Corticosteroiden (Kortison), Cytarabin (hochdosiert), Bestrahlungsdosis ≥ 24 Gy, Ganzkörper Bestrahlung (Einzeldosis 10 Gy), Schädelbestrahlung
klinische Leukencephalopathie
Spastik
Ataxie
Hemiparese u.a.
Neue Defizite können sich mit der Zeit entwickeln.
a) jüngeres Alter bei der Behandlung
b) ZNS Leukämie/Lymphom, Rezidiv-Behandlung mit auf das ZNS gerichteten Therapien. Behandlung in Kombination mit Cytarabin (hochdosiert IV), Dexamethason. Schädelbestrahlung mit Dosis ≥ 24 Gy
Interkalantien:
Daunorubicin
(Daunoblastin)
Doxorubicin
(Adriamycin, Adriblastin)
Epirubicin
Idarubicin
Epirubicin
(Mitaxantrone)
(Amsacrin)

Gesamtdosis Umrechnung Doxorubicin = x 1;
Daunorubicin = x 0,5;
Epirubicin = x 0,67;
Idarubicin = x 5;
Mitaxantrone = x 4
Akute myeloische Leukämie (AML) b) weniger als 5 Jahre nach Therapie;
Autologe Stammzellen­transplantation
c) Ob eine Splenektomie (Entfernung der Milz) das Risiko beeinflussen kann ist unklar
Schädigung des Herzens
Kardiomyopathie
Eingeschränkte LV Funktion
Herzversagen
Rhythmusstörungen
Starke Abhängigkeit von der Gesamtdosis
- Tabellen im Originaldokument auf Seite 40
a) jüngeres Alter (≤ 5 Jahre) bei der Behandlung
b) Bestrahlung des Brustkorbs, Bestrahlungsdosis ≥ 15 Gy in Kombination mit ≥ 100 mg Anthrazyklinen. Hohe Gesamtdosis von Anthrazyklinen ≥ 550 mg bei Patienten die zum Zeitpunkt der Therapie älter als 18 Jahre waren, ≥ 250 mg bei Patienten die zum Zeitpunkt der Therapie jünger als 18 Jahre waren; längere Zeit seit der Behandlung
c) Übergewicht, Herz-/Kreislauf­erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörung, weibliche Patienten: Schwangerschaft, wenn die systolische Funktion vor der Schwangerschaft eingeschränkt war.
d) Rauchen und Drogen (z.B. Kokain, Diät Pillen, Ephedra, Mahuang)
Antitumor Antibiotika:
Bleomycin
Schädigung der Lungen
Lungenfibrose u.a.
a) Lungenschädigung.
b) Hohe Gesamtdosis; besonders bei einer Gesamtdosis ≥ 400 U; Lungenschädigungen wurden bei Kinder mit einer niedrigen Dosierung zwischen 60 bis 100 U beobachtet.Kombination mit Busulfan, Carmustine (BCNU), Lomustine (CCNU). Kombination mit Bestrahlung: Brustkorb oder Ganzkörper.
c) Funktionsstörung der Nieren, hohe Dosierung von Sauerstoff während einer Vollnarkose.
d) Rauchen und Inhalation von Drogen.
Cortikosteroide:
Dexametason
Prednison
verminderte Knochendichte a) weiße Hautfarbe, geringeres Körpergewicht/BMI.
b) Behandlung mit Methotrexant, Cyclosporin, Tacrolimus; höhere Gesamtdosis an Cortikoiden (besonders ≥ 9 g); Bestrahlung: Schädel-, Kraniospinale Bestrahlung, Ganzkörperbestrahlung; Dexamethason zeigt einen größeren Effekt als Prednison
c) Wachstums­hormon­mangel, Hypogonadismus/ verzögerte Pubertät, Schilddrüsen­überfunktion
d) Inadequate Einnahme von Calcium und Vitamin D, Mangel an körperlichem Training, Alkohol und Rauchen, sowie der Verzehr von kohlensäurehaltigen Getränken
Osteonekrose
(avaskuläre Nekrose)
a) Therapie während der Pubertät oder nach der Pubertät, genetische Polymorphismen.
b) Hohe Strahlen­dosis auf Knochen, Orthovolt-Bestrahlung (besonders vor 1970), Ganzkörper­bestrahlung, lanfristige Immun­suppression (z.B. bei chronischem GVHD).
c) Sichelzell­krankheit, chronischer GVHD.
Katarakt (Linsentrübung, Grauer Star) b) Behandlung in Kombination mit Busulfan; Kombination mit Bestrahlung: ganzer Körper, Schädel, Augen; Längerer Zeitraum seit Therapie
Pflanzen Alkaloide:
Vinblastin
Vincristin
Periphere senosrische oder motorische Neuropathie:
Areflexie
Schwäche, u.a.
Neuropathien entstehen typischer Weise während der Therapie und treten nicht als Spätfolge auf
b) Behandlung in Kombination mit Platinum, Gemcitabine und Taxanen
c) Anorexie, extremer Gewichtsverlusst, Charot-Marie-Tooth Erkrankung
Vasospastisches Syndrom
Raynaud-Krankheit
d) Rauchen, Drogenkonsum, Nutzung von gefäßverengenden Medikamenten, wiederholten Vibrationen ausgesetzt sein
Epipodophyllotoxine:
Etoposid (VP16)
Teniposid (VM26)
Akute myeloische Leukämie (AML) Seit ca. 1990 wurden die Dosierungen so angepasst, dass das Risiko minimiert wurde
b) weniger als 5 Jahre nach Therapie; Autologe Stammzellen­transplantation
c) Ob eine Splenektomie (Entfernung der Milz) das Risiko beeinflussen kann ist unklar


Spätfolgen nach Bestrahlung

Spätfolgen nach Krebs im Kindes-/Jugendalter - Bestrahlung
Körper­region mögliche Spätfolgen Zusätzliche Informationen / Risikofaktoren
jede Bestrahlung Sekundäre Tumore
(gutartig oder bösartig),

die im Strahlenfeld oder in der Nähe davon auftreten.
Hautveränderungen, veränderte Leberflecken, Knochenschmerzen, Knötchen oder Verdickungen im Gewebe oder Knochen.
a) Jüngeres Alter bei Behandlung, Jugendliches Alter (Knochenkrebs)
b) Höhere Bestrahlungsdosis ≥ 30 Gy bei Knochenkrebs, großes Bestrahlungsvolumen, Behandlung mit Alkylantien; Orthovolt-Bestrahlung (besonders vor 1970)
c) Gendefekte (z.B. p53 oder NF1), familiäres Retinoblastom (RB1 Keimzell­mutation), Gorlin-Goltz-Syndrom (Nävoid-Basalzell-Karzinom-Syndrom)
d) Sonnenbaden, Sonnenstudio
Schädigung der Haut a) Jüngeres Alter bei Behandlung
b) Höhere Bestrahlungsdosis Gesamtdosis: ≥ 40 Gy, besonders ≥ 50 Gy, hohe Einzeldosis (≥ 2 Gy), Orthovolt-Bestrahlung (besonders vor 1970)
Schädel/ Gehirn,
Ganz­körper
Hirntumor
gutartig oder bösartig
a) Jüngeres Alter bei Behandlung (besonders ≤ 6 Jahre)
b) Höhere Strahlendosis
c) Neurofibromatose, Ataxia Telangiectasia
Neurokognitive Störungen
Funktionelle Defizite
Lernstörungen
verringerter IQ
Verhaltensauffälligkeiten
a) Jüngeres Alter bei Behandlung (besonders ≤ 3 Jahre), weibliches Geschlecht, familiäre Vorgeschichte von Lern- oder Aufmerksamkeitsproblemen
b) Primärer ZNS Tumor, ZNS Leukämie/ Lymphom, Rezidiv Leukämie/Lymphom (behandelt mit auf das ZNS gerichteten Therapien), Kopf-/ Hals-Tumore mit dem Gehirn im Bestrahlungsfeld, Temporallappen (Schläfe) Feld, höhere Strahlendosis, größeres Strahlenfeld, größeres kortikales Volumen,Schädel­bestrahlung in Kombination mit Ganzkörper­bestrahlung, Behandlung in Kombination mit Corticosteroiden (Kortison), Methotrexat (IT, IO, hochdosiert IV), Cytarabin (hochdosiert IV), Längere Zeit, die seit der Behandlung verstrichen ist.
c) Vorgeschichte von Lern- und Aufmerksamkeits­störungen; Schlaf­störungen, Anfallsleiden, Hydrozephalus.
klinische Leukencephalopathie
Spastik
Ataxie
Hemiparese u.a.
Neue Defizite können sich mit der Zeit entwickeln.
a) Jüngeres Alter bei der Behandlung
b) ZNS Leukämie/Lymphom, Rezidiv Leukämie/Lymphom (behandelt mit auf das ZNS gerichteten Therapien), Längere Zeit, die seit der Behandlung verstrichen ist, höhere Strahlendosis (besonders ≥ 24 Gy oder Einzeldosis ≥ 3 Gy), größeres Strahlenfeld, größeres kortikales Volumen, Behandlung in Kombination mit Dexamethason, Methotrexat (IT, IO, hochdosiert IV), Cytarabin (hochdosiert IV).
Wachstums­hormon­mangel a) Jüngeres Alter bei der Behandlung
b) Operation in der suprasälleren Region, höhere Strahlendosis (besonders ≥ 18 Gy), Bestrahlung zur Vorbereitung einer Stammzellen­transplantation (besonders mit Schädel­bestrahlung), Ganzkörper­bestrahlung als Einzeldosis (besonders ≥ 10 Gy), bzw. ≥ 12 Gy Gesamt­dosis.
Gonadotropin­mangel
LH und FSH Mangel
b) Operation in der suprasälleren Region, höhere Strahlendosis (besonders ≥ 30 Gy), kann auch bei geringerer Strahlen­dosis nach einem längeren Zeit­raum auftreten.
Katarakt (Linsen­trübung, Grauer Star) b) Strahlendosis ≥ 10 Gy (besonders ≥ 15 Gy), Einzeldosis ≥ 2 Gy, Ganzkörper­bestrahlung Gesamtdosis ≥ 5 Gy (besonders ≥ 10 Gy), Schädel/ Augen­höhle/ Augen Bestrahlung in Kombination mit Ganzkörper­bestrahlung, Bestrahlung kombiniert mit Corticosteroiden (Kortison) oder Busulfan, längerer Zeitraum seit Therapie.
Schädel/ Gehirn Zerebro­vaskuläre Komplikationen
Schlaganfall, Cavernome u.a.
Cavernome sind eine häufige Spätfolge, allerdings meistens ohne Symptome.
b) Parasellar-Tumor, Bestrahlungsdosis ≥ 18 Gy (besonders ≥ 50 Gy), Bestrahlung der Suprasellarregion, Circulus arteriosus cerebri im Strahlenfeld.
c) Down Syndrom, Sichelzell­krankheit, Neurofibromatose.
Schädel- und Gesichts­fehlbildungen (Kraniofaziale Anomalien) a) Jüngeres Alter bei Behandlung (besonders ≤ 5 Jahre).
b) Höhere Strahlen­dosis (besonders ≥ 30 Gy).
Chronische Entzündung der Nasen­nebenhöhlen b) Strahlen­dosis auf die Nasen­nebenhöhlen ≥ 30 Gy, Radiochemotherapie (radiomimetic chemotherapie) z.B. mit Doxorubicin, Dactinomycin.
c) Atopische Vorgeschichte, Hypo­gammag­lobulinämie, Immunschwäche.
Übergewicht, Adipositas Übergewicht = Alter ≥ 21 Jahre bei einem BMI ≥ 25-29,9
Adipositas = Alter ≥ 21 Jahre bei einem BMI ≥ 30
a) Jüngeres Alter bei Behandlung (besonders ˂ 4 Jahre), weibliches Geschlecht.
b) Höhere Strahlendosis Schädelbestrahlung (besonders ≥ 18 Gy), Operation in der Suprasellarregion, Corticosteroide (Kortison) - besonders bei längerer Behandlung z.B. für chronischen GVHD
c) Wachstums­hormon­mangel, Schild­drüsen­unterfunktion, Hypogonadismus, Schwierigkeiten Sport zu treiben.
Frühe Pubertät a) Jüngeres Alter bei Behandlung.
b) Tumor in der Nähe des Hypothalamus und/oder optischer Nervenbahnen, Bestrahlungsdosis ≥ 18 Gy.
c) Vorgeschichte eines Hydrozephalus.
Hyperprolaktinämie b) Höhere Bestrahlungsdosis (≥ 40 Gy, besonders ≥ 50 Gy), Operation oder Tumor in der Hypothalamus­region.
Zentrale Schilddrüsen­unterfunktion Beinhaltet einen Mangel an TRH und TSH.
b) Höhere Bestrahlungsdosis ≥ 30 Gy, kann auch bei niedrigerer Strahlendosis auftreten, wenn ein längerer Zeitraum besteht, Operation oder Tumor in der Suprasellarregion.
Schädigung der Augen b) Höhere Bestrahlungsdosis ≥ 30 Gy, höhere tägliche Strahlendosis (besonders ≥ 2 Gy), Radiochemotherapie (radiomimetic chemotherapie) z.B. mit Doxorubicin, Dactinomycin [Probleme bei der Tränenbildung].
c) Chronischer GVHD [nur bei Xerophthalmie (trockenes Auge)].
Schädel/ Gehirn,
TBI∞
Zentrale Neben­nieren­rinden­unterfunktion b) Höhere Bestrahlungsdosis ≥ 30 Gy, kann auch bei geringerer Strahlen­dosis nach einem längeren Zeitraum auftreten, Operation oder Tumor in der Suprasellarregion.
c) Vorgeschichte einer weiteren Hypothalamus-/Hypophysenfunktionsstörung.
Schädigung des Gehörs a) Jüngeres Alter bei Behandlung.
b) Alle Arten von Gehörverlusst: Höhere Strahlendosis (besonders ≥ 30 Gy); Sensorineuraler Gehör­verlusst/Tinitus: ZNS Tumore, konventionelle (non-conformal) Bestrahlung, Kombination mit andern gehör­schädigenden Substanzen (Cisplatin, Carboplatin, Aminoglykoside, Loop-Diuretika), Bestrahlung, die vor einer Platinum-Chemotherapie angewendet wird.
c) Alle Arten von Gehörverlusst: Chronische (Mittel-)Ohrentzündung, chronischer Pfropf aus Ohrenschmalz; Sensorineuraler Gehör­verlusst/Tinitus: Cerebrospinaler Shunt.
Schädel/ Gehirn, Hals, Wirbel­säule (Hals, Gesamt), Ganz­körper Xerostomie (Mund­trockenheit) b) Kopf und Hals Bestrahlung (inklusiv Ohrspeicheldrüse), ein größerer Teil von einer oder beider Speicheldrüsen im Strahlenfeld, höhere Strahlendosis, Radiochemotherapie (radiomimetic chemotherapie) z.B. mit Doxorubicin, Dactinomycin.
c) Chronischer GVHD.
Schädigung der Zähne und des Kiefergelenks a) Jüngeres Alter bei Behandlung (besonders ˂ 5 Jahre), Gorlin-Goltz-Syndrom (Nävoid-Basalzell-Karzinom-Syndrom).
b) Höhere Bestrahlungsdosis (beonders ≥ 10 Gy).
Knoten in der Schilddrüse a) Jüngeres Alter bei Behandlung, weibliches Geschlecht.
b) Schilddrüse direkt im Strahlenfeld, Ganzkörperbestrahlung.
Schilddrüsenkrebs a) Jüngeres Alter bei Behandlung.
b) ˃ 5 Jahre nach Bestrahlung, höchstes Risiko zwischen 10 und 30 Gy, Schilddrüse direkt im Strahlenfeld, Ganzkörperbestrahlung, Alkylantien.
Schild­drüsen­unter­funktion a) Weibliches Geschlecht.
b) Strahlendosis ≥ 10 Gy (besonders ≥ 20 Gy), Schilddrüse direkt im Strahlenfeld, Ganzkörperbestrahlung.
Schädel/ Gehirn, Hals, Wirbel­säule (Hals, Gesamt), TBI∞ Strahlenbedingte Nekrose des Kieferknochens b) Strahlendosis ≥ 40 Gy (besonders ≥ 50 Gy).
Schädel/ Gehirn, Hals, Wirbel­säule (Hals, Gesamt) Schilddrüsen­überfunktion b) Höhere Strahlendosis (besonders ≥ 30 Gy).
Schädigung der Halsschlagader b) Strahlendosis ≥ 40 Gy.
c) Bluthoch­druck, Diabestes mellitus, Hyper­cholesterinämie.
Hals, Brust, Wirbel­säule (Brust, Gesamt) Schädigung Unterschlüsselbein­arterie b) Strahlendosis ≥ 40 Gy.
c) Bluthoch­druck, Diabestes mellitus, Hyper­cholesterinämie.
Brust, Axelhöhle, Ganzkör­per Frauen
Brustkrebs
Regelmäßige Kontrollen: 8 Jahre nach Bestrahlung, spätestens ab dem 25. Lebensjahr, einmal jährlich Mammographie oder Brust MRT.
a) Familiäre Vorgeschichte.
b) Höhere Strahlendosis (besonders ≥ 10 Gy), ˃ 5 Jahre nach Bestrahlung, geringeres Risiko wenn eine Behandlung mit Alkylantien in so hoher Dosierung stattgefunden hat, daß die ovarielle Funktion zerstört wurde, trotzdem sollten regelmäßige Untersuchungen stattfinden.
c) BRCA1, BRCA2, ATM oder p53 Mutation, oder falls die eigene Genetik nicht bekannt ist, eine BRCA Mutation bei einem Verwandten 1. Grades.
Frauen
Hyperplasie des Brust­gewebes
a) Behandlung vor der Pubertät.
b) Strahlendosis ≥ 10 Gy auf die präpubertäre Brust (besonders ≥ 20 Gy).
Schädigung der Lungen a) Jüngeres Alter bei Behandlung.
b) Strahlendosis ≥ 10 Gy (besonders ≥ 15 Gy), Ganzkörperbestrahlung ≥ 6 Gy bei Einzeldosis oder ≥ 12 Gy Gesamtdosis, Bestrahlung der Brust kombiniert mit Ganzkörperbestrahlung, Bestrahlung in Kombination mit Bleomycin, Busulfan, Carmustin (BCNU) oder Lombustin (CCNU), Radiochemotherapie (radiomimetic chemotherapie) z.B. mit Doxorubicin, Dactinomycin.
c) Allergische Vorgeschichte.
d) Rauchen und Inhalation von Drogen.
Lungenkrebs a) Gifte am Arbeitsplatz: Asbest, Arsen, Radioaktivität, Passivrauchen (besonders für Nichtraucher).
d) Rauchen.


➥ weitere Leitlinien zum Thema Spätfolgen (Link)